Person

A.Schwarz im Haus für Poesie
Foto: © gezett

Andra Schwarz wurde 1982 in der Oberlausitz geboren und lebt heute in Leipzig. Nach einer Ausbildung in klassischer Gitarre am Musikgymnasium Schloss Belvedere in Weimar und einem längeren Aufenthalt in Südafrika studierte sie Kunstgeschichte und Germanistische Literaturwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle. Später folgte ein Studium am Deutschen Literaturinstitut.

2017 gewann sie den Leonce-und-Lena Preis beim 20. Literarischen März in Darmstadt. Im Herbst 2017 erschien ihr Debüt „Am morgen sind wir aus glas“ in der Reihe Neue Lyrik beim Poetenladen.

         Auszeichnungen

2018 Stipendium des Berliner Senats am Literarischen Colloquium Berlin

2017 Leonce-und-Lena Preis beim 20. Literarischen März, Darmstadt

2016 Finalistin beim poet in residence im Kulturhaus Loschwitz, Dresden

2015 Lyrikpreis beim 23. open mike der Literaturwerkstatt Berlin

2013 Einladung zum Münchner Lyrikpreis

2012 Zweiter Preis beim 10. Feldkircher Lyrikpreis, Feldkirch (Österreich)

Begründung der Jury zum Leonce-und-Lena- Preis
„Der Leonce-und-Lena-Preis 2017 der Stadt Darmstadt wird vergeben für einen Gedichtzyklus, dem es gelingt, von einem zentralen menschlichen und alten poetischen Thema mit großer Eindringlichkeit und Dynamik zu sprechen, der Helligkeit ins Dunkle bringt und dabei Dunkelheit verdichtet, der anrührt, indem er das Subjekt als ich, du und Kind, als undurchschaubare Energie, aggressiv und verletzlich, als Atem, verflüchtigt und doch gefunden, als Sprung, Soldaten, Chimäre und suchende Figur in den Schlingen von Zeit und Sprache zeigt, oszillierend zwischen Schlaf und Gewehr, Gehirn und Spatz: „eine kleine helle im system ein funken“ – der Leonce- und Lena-Preis 2017 geht an Andra Schwarz für Gespinste aus Luft.“

Lesung aus dem Gedichtzyklus auf lyrikline

Wie wenig luft noch in dir war zum schluss
dein zappeln als wärest du ein fisch
am haken blau angelaufen
mit großen überdrehten augen
was dachtest du da noch, an wen
den veitstanz in der schlinge
ohne sauerstoff dein blut im kopf
kein luftstrom mehr kein fließen
du drehtest dich minutenlang betäubt
wie ein gefangenes tier als etwas
hinter dir in deinen nacken fuhr
ein rabe vielleicht auch eine krähe

Begründung der Jury zum Lyrikpreis beim 23.open Mike
„Den open-mike-Lyrikpreis vergeben wir für Gedichte, eigentlich einen Gedichte-Zyklus, der in überzeugender, dichter und eigenständiger Sprache den Wesen und dem Wesen eines Landstriches nachspürt – seinen Grenzen und seiner Ganzheit: Der Lyrikpreis 2015 geht an Andra Schwarz.“ (Klaus Merz)

Von hier gibt es keine bilder nur grau
gezeichnete landschaft und schilder die warnen
im dorf sitzen die alten halsstarrig & eng in den lungen
im abseits die jungen spielen backgammon
würfeln um glück: hier gibt’s nichts zu holen
außer den blick den flusslauf hinauf in die berge
gewächshäuser streuobst rot über den wiesen
dahinter die GRENZE g e s p e r r t e s gebiet milizen
hier endet alles, auch unsere sicht
wir schließen die augen und gehen zurück
ins dorf zu den andern im rücken kehrt wind

 

Advertisements